Museum Hofmühle

Immenstadt

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BIER. Die Kaiserbrauerei Immenstadt und andere Geschichten.

Sonderausstellung

seit dem 22. Juli 2020 

Das Museum Hofmühle zeigt ab dem 22. Juli die Sonderausstellung „BIER. Die Kaiserbrauerei Immenstadt und andere Geschichten.“. In Schlaglichtern wirft die Ausstellung einen Blick auf die Geschichte des Bieres. Woher kommt Bier, welche Rollen haben Frauen, Klöster und Herrschaften beim Bierbrauen früher gespielt? Wie braut man überhaupt Bier und was hat es mit dem Bayerischen Reinheitsgebot und der Verwendung von Hopfen auf sich? Welche Biergeschichten lassen sich von Immenstadt erzählen? Warum gehen wir gern in Biergärten – und haben das während des Corona-Lock-downs oft schmerzlich vermisst?

Das Herzstück der Ausstellung bildet die Geschichte der ehemaligen Kaiserbrauerei Immenstadt, die ihren Betrieb 1990 einstellte. Hervorgegangen aus der von Franz Anton Höss, damals reichster Bürger der Stadt, aufgekauften gräflichen Brauerei der Königsegger überlebte die Kaiserbrauerei zwei Weltkriege und eine wechselvolle Nachkriegszeit. Vor 30 Jahren musste sie ihr Sudhaus mit den beiden kupfernen Kesseln für immer schließen. Zahlreiche Fotografien und Gegenstände lassen dieses Stück Immenstädter Braugeschichte wieder lebendig werden. Am Ende der Ausstellung steht das Biertrinken im Fokus: Bierkrüge aus dem Rettenberger Biermuseum und historische Fotografie beleuchten die Kultur des Biertrinkens im Allgäu. Geselligkeit ohne Bier? Für viele Menschen undenkbar.

Bier ist eines der ältesten alkoholischen Getränke der Menschheit: Erste Nachweise fürs Brauen fallen in die Zeit nach der Sesshaftwerdung des Menschen, also in den Übergang zu einer Lebensweise mit Viehhaltung und Pflanzenanbau. Doch vermutlich wird Bier schon seit mehr als 9.000 Jahren getrunken. Aus den Hochkulturen der Sumerer, Babylonier und Ägypter stammen die ersten schriftlichen Hinweise für Bierbrauen. In Mitteleuropa war die Bierherstellung bis ins hohe Mittelalter hinein Aufgabe der Hausfrauen. Höfe lieferten Bier als Naturalabgabe an ihre Grundherren. Auch in Klöstern brauten Nonnen und Mönche eigenes Bier. Als der Handel mit dem Getränk dann nennenswerte Umsätze einbrachte, vergab die Obrigkeit Tafernen- und Braurechte und erhob Biersteuern. Im 16. Jahrhundert legte man verschiedentlich fest, welche Bierzutaten verwendet werden dürfen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde Bier trotzdem selten allein aus Gerste, Hopfen, Wasser und Hefe hergestellt. Heute gilt das „Bayerische Reinheitsgebot“.

Technische Fortschritte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachten auch für das Allgäuer Brauwesen große Umbrüche. Große Brauereien steigerten ihren Ausstoß enorm, viele kleine Brauereien konnten dem Modernisierungsdruck nicht folgen und mussten schließen. Heute erzeugen über 30 Brauereien im Allgäu Bier, die Kultur des Biertrinkens ist im Alltag fest verankert. Bierkrüge und alte Bierflaschen werden oft gesammelt, Trink-Anekdoten gern erzählt. Beim geselligen Zusammensein fehlt der Gerstensaft selten, Sprüche wie „Hopfen und Malz – Gott erhalts“ oder „Da ist Hopfen und Malz verloren“ sind in unserem alltäglichen Sprachgebrauch verankert. Bier ist nicht nur Kultgetränk, sondern Zeugnis einer jahrtausendealten menschlichen Kultur.

Und so wie heute jede und jeder auf sein Lieblingsbier schwört, so gab es auch schon in früheren Zeiten Diskussionen: Ein Kenner schrieb 1816 über die Biere in Immenstadt: „Das hiesige Braunbier ist von jeher, so wie auch jetzt noch, immer eines der besten Sommerbiere im ganzen Bezirke, allein das Winterbier meistens sehr gehaltlos, auch das weiße Bier nicht mehr so gut wie ehemals.“ Prost!



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Allgäuer Museen für Familien

Sonderausstellung

 seit dem 28.Oktober 2020 

Die Allgäuer Museumslandschaft ist längst kein Geheimtipp mehr – in unserer wunderschönen Landschaft wird auch kulturell viel geboten. 2018 haben sich 16 hiesige Museen zum „Museumsnetzwerk Allgäu“ zusammengeschlossen. Diese Häuser zeichnen sich vor allem durch ihre spannenden Angebote für Familien und Kinder aus.

Die Allgäuer Museen für Familien stellen sich vom 28. Oktober 2020 bis zum 24. Januar 2021 im Museum Hofmühle in Immenstadt vor. Bild-Text-Fahnen sowie besondere, kleine Originalobjekte aus den verschiedenen Museen wecken Neugier auf eine Entdeckungsreise durch die Allgäuer Familienmuseen. Wo bekommt man sonst einen so breiten Querschnitt an Objekten aus so vielen Sammlungen zu sehen? Zu bewundern sind etwa eine kleine, mechanische Lochplatten-Spieldose aus den Museen der Stadt Wangen, die früher mit einer Kurbel zum Klingen gebracht wurde; ein eiserner, römischer „Hufschuh“ aus dem Archäologischen Park Cambodunum (APC) in Kempten, der in der Antike dem Schutz von Pferdehufen auf harten Transportwegen diente; oder ein sogenannter „Geigenhals“ von einem Füssener Geigenbaumeister, dessen Werkstatt im Museum der Stadt Füssen ausgestellt ist. Füssen war jahrhundertelang ein bedeutendes Zentrum des europäischen Lauten- und Geigenbaus

 Geschichte, Kunst und Alltagskultur spielerisch erleben – das bieten die Allgäuer Museen für Familien. Nicht zuletzt, weil das Mitmachen und Ausprobieren in den Allgäuer Museen an vielen Stellen im Mittelpunkt steht. Ob das Anprobieren von Hüten im Hutmuseum Lindenberg, die praktische Begegnung mit zeitgenössischer Kunst in der MEWO Kunsthalle in Memmingen oder die Mitmachführung im Stadtmuseum Kaufbeuren: Die Vielfalt ist groß – es gibt einiges zu entdecken!


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Allgäu – Meiningen – München
Einblicke in Leben und Werk des Malers und Zeichners Andreas Müller (1831–1901)

Schloss Elisabethenburg Meiningen

 seit dem 19. November 2020

Die Meininger Museen zeigen im Rahmen einer Sonderausstellung Werke aus allen Schaffensbereichen des Münchener Malers, Zeichners und Akademieprofessors Andreas Müller (1831-1901). Der aus dem Allgäu stammende Künstler hatte an der Akademie der bildenden Künste München bei Moritz von Schwind und Wilhelm von Kaulbach studiert und war von Letzterem an Erbprinz Georg von Sachsen-Meiningen (1826-1914, seit 1866 als Georg II. regierend) empfohlen worden, der dem großen Talent sogleich mehrere sehr ambitionierte Aufträge übertrug. Nach seiner etwa fünf Jahre währenden Tätigkeit am Meininger Hof kehrte Andreas Müller um 1860 nach München zurück und erhielt dort eine Reihe königlicher Aufträge – drei Fresken für das (Alte) Bayerische Nationalmuseum in München und zwei großformatige Gemälde für das Maximilianeum ebenda –, arbeitete als Illustrator für verschiedene Verlage und führte in den 1870er Jahren weitere bedeutende Fresko-Aufträge in der Heidelberger Jesuitenkirche und in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Weißenhorn (bei Ulm) aus.

Von König Ludwig II. von Bayern im Jahr 1875 als Professor für kirchliche Kunst an die Münchener Kunstakademie berufen, kehrte Andreas Müller nach zwei Jahrzehnten als Lehrer an die eigene Studienstätte zurück. In diesem Amt wirkte der Künstler bis 1893 und war in jenen Jahren daneben insbesondere als Entwerfer zahlreicher Kartons für Glasgemälde tätig, auch entstanden für mehrere Kirchen seiner Allgäuer Heimat Altarbilder mit Heiligenfiguren. Ungeachtet der räumlichen Trennung blieben Erbprinz Georg resp. Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen und der – stilistisch als Spätnazarener zu bezeichnende – Künstler Andreas Müller sowohl auftragsseitig als auch freundschaftlich weiter eng miteinander verbunden. Das Spektrum seiner diesbezüglichen Arbeiten reicht vom großformatigen, sakral anmutenden Gedächtnisbild zum Tod der ersten Gemahlin des Erbprinzen über Kostümentwürfe für Aufführungen des Meininger Hoftheaters bis zu einem Glasgemälde-Karton für die Sonneberger Stadtkirche, sämtlich Werke, die im Original in der Sonderausstellung zu betrachten sind.

Mit königlichen und herzoglichen Orden und Auszeichnungen mehrfach gewürdigt, von der Kollegen- und Schülerschaft wie gleichfalls auftraggeberseitig hochgeschätzt starb der früh verwitwete Künstler 70-jährig im Jahr 1901 in München. Er hinterließ ein umfangreiches, weit verstreutes und sehr facettenreiches OEuvre, das in den seitdem vergangenen zwölf Jahrzehnten durch Kriegsverluste und gewandelte Kunstauffassungen erheblich dezimiert wurde, dennoch in der Gesamtschau seine Strahlkraft bewahren konnte, aber heute weitestgehend unbekannt ist.

Diese Sonderausstellung der Meininger Museen ist die überhaupt erste Andreas Müller gewidmete Ausstellung. Dank der eigenen Bestände und insbesondere zahlreicher privater und öffentlicher resp. institutioneller Leihgeber ist es möglich, die Komplexität und hohe Qualität des Schaffens dieses Münchener Künstlers anhand exemplarischer Arbeiten vor Augen zu führen. Zugleich markiert diese Werkschau ein erstes Resümee der kunsthistorischen Beschäftigung mit Andreas Müller, deren weiteres Ziel es sein wird, dieser Künstlerpersönlichkeit dauerhaft die ihr gebührende Wertschätzung zu verleihen.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Museen Meiningen


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allgäu.tv Nachrichten

Beitrag über unsere Ausstellung „Frauen und Wald“

Am 03.10.2019 ist ein Beitrag über unsere Ausstellung „Frauen und Wald“ in der allgäu.tv Nachrichten gesendet worden. Wir freuen uns sehr Teil der Sendung gewesen zu sein. Der Beitrag beginnt ab ca. Min 25:15.

Hinweis: Um das Video in Vollbild anzusehen, klicken Sie im Videoauschnitt auf das viereckige Symbol unten rechts (ggf. etwas runter scrollen). Viel Spaß beim Ansehen! 

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Heimatverein Immenstadt e.V.

Jahreshauptversammlung

12. April 2019

 Bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Immenstadt informierten der 1. Vorsitzende Richard Schindele und Schriftführerin Martina Repsch über die Ausstellungen im Museum Hofmühle, über Erhaltungsmaßnahmen an der Burg Laubenbergerstein und über die Veranstaltungen, Ausflüge und Volkstanzabende im Vereinsjahr 2018. Die neue wissenschaftliche Fachkraft Carolin Keim referierte über die Sonderausstellung „Immenstadt und ich“, die anlässlich des 100jährigen Bestehens des Heimatvereins im Mai eröffnet wird. Die Neuwahl der Vorstandschaft brachte folgendes Ergebnis (im Bild von links nach rechts): 

Alexandra Konda, Wolfgang Sauter, Markus Beer (alle Beisitzer), Martina Repsch (Schriftführerin), Richard Schindele (1. Vorsitzender), Carola Bauckhage (Kassierin), Stefan Dylus (Beisitzer) und Winfried Ecker (2. Vorsitzender). Nicht auf dem Bild ist Rita Bernstein (Beisitzerin).

Bild: Claudia Sauter



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