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Wanderausstellung Angekommen

SONDERAUSSTELLUNG

vom 22.09.2016 bis 06.11.2016 ist die Wanderausstellung "Angekommen" der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibungen" im Museum "Hofmühle" zu Gast. Anschaulich und informativ wird der Weg der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge von ihrer Ankunft in der "neuen Heimat", über die ersten entbehrungsreichen Jahre, durch die Wirtschaftswunderzeit bis hin zur Gegenwart gezeigt.

Das Stadtarchiv Immenstadt ergänzt durch lokale Bezüge die Ausstellung zu:

"ANGEKOMMEN IN IMMENSTADT" - vom 22.09.2016 - 06.11.2016

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(Quelle: Stadtarchiv Espelkamp "Ankunft im Lager Espelkamp um 1949")

Die Wanderausstellung "Angekommen" der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen des Bundes der Vertriebenen (BdV) wird unter der Schirmherrschaft von Landrat Anton Klotz am  22.09.2016 im Museum "Hofmühle" Immenstadt feierlich eröffnet.

Die Wanderausstellung zeigt die Integration der Vertriebenen im Nachkriegs-deutschland und ist Teil der Ausstellungstrilogie "Heimatweh". Die Flucht und Vertreibung bis zu 12 Millionen Deutschen bis weit nach Ende des Zweiten Weltkrieges war die größte Zwangsmigration in der europäischen Geschichte. Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen war rückblickend ein Erfolg, der zu den größten Leistungen Deutschlands nach 1945 zählt. Der Weg dahin war jedoch von einer Vielzahl menschlicher Härten, Leid der Betroffenen und Spannungen zwischen Alteingesessenen und Neuankömmlingen geprägt. Die Einheimischen ignorierten oftmals, dass sie selbst nur auf Grund der Geografie ihres Wohnortes von Vertreibung verschont waren. Lange war es unklar, ob die Entwicklung positiv sein würde. Fehlender Wohnraum, Mangelernährung, soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung begleiteten den Weg zum Miteinander in Deutschland. Der Wille der Vertriebenen, das Land aus den Trümmern des Krieges mit aufzubauen, sowie für ein Europa in Frieden zu arbeiten, war wesentlicher Teil des Erfolges. Die Angekommenen wurden aber nicht einfach folgenlos von der bestehenden Gesellschaft aufgenommen, es kam vielmehr zu den größten politischen, sozialen und konfessionellen Veränderungen seit dem 30jährigen Krieg. Aus vielschichtigen Kulturen der Alt- und Neubürger entstand eine neue Identität.

Migration, räumliche Bewegungen von Menschen, wird es immer geben so lange es Gewalt und Krieg gibt.
Seit dem Sommer 2015 kamen Hundertausende Menschen nach Deutschland. Was ist bei den heutigen Flüchtlingen anders als bei denen, die vor 70 Jahren in Deutschland ankamen? Was ist ähnlich? Wie sah die Situation damals in Immenstadt aus und wie geht es den neu „Angekommenen“?
Das umfangreiche Rahmenprogramm setzt sich bis zum 06.11.2016 in Vorträgen und Veranstaltungen mit Themen wie Entwurzelung, Heimweh, Traumatisierung, Verlust – Neuanfang und Zukunft auseinander!

Ausführliche Informationen zur Ausstellung und das aktuelle Rahmenprogramm finden Sie unter Sonderausstellung.




Zum Jubiläum "25 Jahre Museum Hofmühle"

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„Ein Juwel in der Krone Immenstadt“ so wurde das neu eröffnete Heimat-museum „Hofmühle“ vor 25 Jahren von Staatssekretär a. D. Alfons Zeller bezeichnet. Daher sind die letzten funkelnden 25 Jahre des Museums nicht erzählbar, ohne den Blick wenigstens kurz auf die wechselvolle über 500-jährige Geschichte der Hofmühle zu werfen. Eine erste Erwähnung findet sich im Rothenfelser Urbar und Leutverzeichnis von 1451 „der müli ze Ymmen-statt“. Als Mahl-, Säge-, und Papiermühle im 16. Jahrhundert von Bedeutung, wurde sie nach 1650 zu einer Hammer- und Achsenschmiede umgebaut. 1763 vernichtete einer der vielen Brände das Handwerkerviertel samt der damaligen Schmiede. Franz Hugo Graf zu Königsegg-Rothenfels ließ eine neue Mühle bauen - die „Gräfliche Hofmühle“. Zusammen mit der Herrschaft ging sie 1804 an Österreich um ein Jahr später, in das Eigentum des Königreichs Bayern überzugehen. Ab 1806 kam die Hofmühle in Privatbesitz und galt einige Zeit als die leistungsfähigste Mühle im Bezirk Schwaben. Die Witwe des letzten Stadtmüllers Jakob Rueff veräußerte die Hofmühle (samt den beiden Alpseen) an die "Mechanische Bindfadenfabrik Immenstadt", die sie als Stromerzeuger, Garnfärberei und Lagergebäude nutzte.

Im Zuge der Stadtsanierung erwarb die Stadt Immenstadt im Mai 1983 die Hofmühle. Das einst repräsentative Gebäude war durch viele Ein- und Umbau-ten so stark verändert, dass sie kaum mehr als historisch bedeutsames Bau-werk erkennbar war. Am 14. August 1984 beschloss der Stadtrat glücklicher-weise die nachhaltige Sanierung, um dort nicht nur dem neuen Heimatmu-seum, sondern auch im Westteil des Gebäudes dem Stadtarchiv, zukünftigen Raum zu schaffen. In Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Heimatverein, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Abteilung für Nichtstaatliche Museen beim Bayerischen Nationalmuseum entstand ein schlüssiges Konzept das Heimatpflege und Denkmalschutz vereinte.

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Doch bis zur Eröffnung, gab es wahre Berge an Arbeit zu bewältigen. Mit den Plänen des Architekturbüro Leonhard Baldauf konnte im Oktober 1986 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Um an die Mühlenvergangenheit zu erinnern, wurde im Gebäudeinneren ein Mahlgang aufgebaut und die Wiederinstallie-rung eines Wasserrads an der Aachseitigen Fassade - einst drehten sich dort bis zu neun Wasserräder - komplettierte die Gestaltung des Außenbereichs.

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Dank‘ des unermüdlichen Einsatzes der sehr engagierten Arbeitsgruppe des Heimatvereins, der Museumsbetreuerin Ursula Eymold und eines freiwilligen Helferkreises, war es nach dreijähriger Sanierung der Hofmühle (die Gesamt-kosten beliefen sich auf etwa fünf Millionen Mark), Restaurierung und Über-führung der Objekte vom Heimatmuseum am Klosterplatz und unzähligen Gesprächen geschafft:

Am 16. Februar 1990 konnte mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Vereinen das neue Heimatmuseum „Hofmühle“ feierlich eröffnet werden. .…
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Das inhaltliche Konzept überzeugt auch nach 25 Jahren durch die Konzen-tration auf die großen Leitthemen, die sich mit den ausgesuchten Exponaten, für den Besucher leicht und verständlich erschließen lassen. Aufgrund der gelungenen Inszenierung sind die historischen Lebenssituationen der Leit-themen „Wasser“, „Lebensbilder“ und „Immenstadt als Warenumschlagplatz“ alles andere als eine Kombination aus isolierten Exponaten und staubtrocke-nen Erklärungen auf Texttafeln. Aufgrund der jahrzehntelangen Sammler-tätigkeit des Heimatvereins konnte und kann auf einen großen Bestand an kulturhistorisch interessante Objekte zurückgegriffen werden, der einen viel-fältigen Querschnitt über die Geschichte Immenstadts ermöglicht.

Unter der Leitung des Museumsbeauftragten Michael Kamp wurde ab 1997 die Themenwelt des Industriezeitalters im Dachgeschoß der Hofmühle umge-setzt und die ursprünglichen 700 m² der Ausstellungsfläche vergrößerten sich auf über 1000 m². Doch nicht nur die Dauerausstellung ist sehenswert, seit 1998 konnten viele beachtliche Sonderausstellungen verwirklicht und bestaunt werden. Das Spektrum reichte von religiösen Themen „Zur Ehre Gottes. Sakrales Gerät und Volksfrömmigkeit“, über den besonderen Jahreswechsel 1999/2000 „Jahrhundert-Panorama“ zu regionalen Künstlern „Die Allgäuer Künstlerfamilie Weiß“, „Die Schnitzer vom Alpsee – Xaver Rasch und seine Söhne“ und zwei monographischen Werkschauen über das Schaffen und Wirken des Landschaftsmalers Johann Georg Grimm. Auch wirtschaftliche Aspekte „Die Rodfuhr – mit Gütern und Salz über die Pässe“, faszinierende Technik „Uhrzeit“, sowie zwei Sonderausstellungen zu den lokalen Burgen und Adelsgeschlechtern, wurden von Groß und Klein begeistert besucht. Auch war die sogenannte „Südliche“, die regional bedeutende Jahresausstellung der bildenden Künstler des südlichen Oberallgäus, seit 2003 mehrfach - wie auch 2014 - in der Hofmühle zu Gast.

Die kontinuierlich steigenden Besucherzahlen (ca. 5.700 Besucher 2014), die ungeheure Bandbreite der Veranstaltungen wie Vorträge, Mundartabende, Themen- wie Musikabende und die wachsende Nachfrage an der Hofmühle als außerschulischen Lern- und Begegnungsort mit Kunst und der lokalen Geschichte, lassen das Juwel der Kulturlandschaft in Immenstadt auch in Zukunft leuchten.